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Rotes Kreuz bündelt die Kräfte

Das DRK in Laupheim bereitet sich auf die kommenden Monate vor: mit einem intensiven Kurs-Programm, neuen Blutspende-Aktionen und einem neuen Fahrzeug. Außerdem soll in der Rettungswache Laupheim demnächst ein Krankentransportwagen stationiert werden.

Bündeln die Kräfte: Der stv. Rettungsdienstleiter Andreas Braungardt, Geschäftsführer Peter Haug, Ortsvereinsvorsitzender Philip Graf Reuttner, Bereitschaftsleiter Rafael Mangold sowie DRK-Kreisausbildungsleiter Manfred Rommel und Christopher Werner als Rettungswachenleiter Laupheim. Foto: Elmar Grathwohl

„Wegen Corona war eine Zeit lang Pause, aber jetzt geht es nach und nach wieder los, wobei wir alle gebotenen Sicherheitsmaßnahmen und Hygieneregeln einhalten“, sagt Philip Graf Reuttner, der Vorstand des DRK-Ortsvereins. Beim Roten Kreuz in Laupheim rechnet man damit, dass die kommenden Monate besonders lebhaft werden, zumindest wenn die Corona-Neuinfektionen weiterhin niedrig bleiben. „Viele Veranstaltungen wurden verschoben. Das bedeutet, dass sich bei uns der Kalender jetzt füllt, auch für 2021“, ergänzt der Laupheimer Bereitschaftsleiter Rafael Mangold.

Auch mit dem Blutspenden ging es jetzt wieder weiter. Ende Mai war bereits der erste Termin nach der Corona-Unterbrechung. Derzeit werden Spenden besonders dringend gesucht, weil während der Krise das Blut knapp wurde. „Wir dehnen die Spende-Aktionen in nächster Zeit auf zwei Tage aus. Indem wir es zeitlich strecken, können wir auch räumlich die Abstände besser einhalten“, erklärt Vorstand Graf Reuttner. Die nächsten Blutspende-Termine in Laupheim sind am 16. und 17. Juni geplant.

Ein weiterer Bereich, der bald viel Arbeit haben dürfte, ist die Breitenausbildung. In Laupheim gibt es verschiedenste Rotkreuz-Kurse – die klassische Erste Hilfe, spezielle Kurse für Erste Hilfe bei Kindern oder Senioren, auch Schulungen für Betriebliche Ersthelfer. „Die Fahrschulen unterrichten ja schon wieder, wir starten Mitte Juni wieder mit einem ersten Kurs. Wir gehen davon aus, dass der Andrang später umso größer wird,“ sagt Philip Graf Reuttner.

Darauf bereitet man sich jetzt schon vor. Damit alle Kurs-Wünsche so gut und schnell wie möglich erfüllt werden können, sollen die Laupheimer Ausbilder bei Bedarf auch Unterstützung bekommen von ihren hauptamtlichen Kollegen beim DRK-Kreisverband. „Das ehrenamtliche Team in Laupheim ist ein ganz starkes Team, die machen das schon seit vielen Jahren sehr gut“, betont Peter Haug, Geschäftsführer beim DRK-Kreisverband Biberach. „Aber jetzt haben wir eine Ausnahmesituation, da helfen wir alle zusammen.“

Noch ist es nicht soweit. Aktuell haben die Ehrenamtlichen des DRK-Ortsvereins wegen Corona eher weniger zu tun als sonst. Speziell im Bereich der Sanitätsdienste, die normalerweise ein wichtiges Standbein und eine große Aufgabe sind: Reihenweise wurden Veranstaltungen und Termine abgesagt, bei denen sonst immer ehrenamtliche Helfer aus der DRK-Bereitschaft die Sanitätsdienste übernommen haben. Das Kinderfest fällt aus, bei dem Jahr für Jahr allein schon rund 800 Stunden ehrenamtliche Dienste geleistet werden, seit letztem Jahr am neuen, besseren Standort in der Bühler Halle. Derzeit gibt es auch keine Sportveranstaltungen, keine Spiele der Laupheimer Handballer. Dem DRK-Ortsverein fehlen die lieb gewonnenen Aufgaben, berichtet Philip Graf Reuttner.

Beim Kreisverband hat man ein offenes Ohr für Anliegen aus Laupheim. Es wird kontinuierlich investiert. In den letzten Jahren flossen allein über 1,5 Millionen Euro ins neue Rotkreuz-Heim in der Berblingerstraße. Neues Projekt ist ein Krankentransportwagen für den Standort Laupheim. „Bisher hatten wir in der Rettungswache Laupheim einen Rettungswagen und ein Einsatzfahrzeug für den Notarzt stehen. Mit dem zusätzlichen Krankentransportwagen machen wir das Angebot dann komplett“, sagt Andreas Braungardt, beim Kreisverband stellvertretender Leiter des Bereichs Rettungsdienst.

Der Bedarf sei da. Man wolle qualifizierte Krankentransporte von und nach Laupheim nicht länger mit in Biberach stationierten Fahrzeugen durchführen. „Indem wir diesen Schritt jetzt gehen, bereiten wir uns darauf vor, dass sich die Klinikstrukturen ändern werden und auch in Laupheim neue Anforderungen aufs DRK zukommen“, sagt Michael Mutschler, ebenfalls Geschäftsführer beim DRK-Kreisverband.

Geschäftsführer Peter Haug wendet sich mit weiteren Angeboten des DRK-Kreisverbands ganz gezielt an die schon betagteren Laupheimerinnen und Laupheimer und deren Familien. Denn das DRK hilft mit einigen Dienstleitungen dabei, dass ältere Menschen möglichst lange Zeit selbstbestimmt daheim leben können. Übers DRK kann man sich mit Essen auf Rädern beliefern lassen, die Wunsch-Menüs kommen tiefgekühlt und werden selbst erwärmt, wann und was man mag. Der Hausnotruf sorgt dafür, dass Hilfe nur einen Knopfdruck entfernt ist – das Gerät, das mit dem Telefon kombiniert wird, gibt Senioren wie auch ihren Angehörigen mehr Sicherheit. Eine gute Idee ist außerdem die Rotkreuzdose: In dieser Dose kann man alle Infos vorbereiten, die man brauchen wird, wenn es eines Tages zum Notfall kommt. Info zu diesen und vielen anderen Angeboten gibt es in Biberach bei der Geschäftsstelle des Kreisverbands, Telefon 07351 15700.

5. Juni 2020 09:24 Uhr. Alter: 29 Tage